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Besichtigung der Bergkapelle in Althegnenberg

 

Unser Mitglied und ehrenamtliche Mesnerin Agelika Schipp-Balsevics brachte uns die bewegte Geschichte der Bergkapelle Althegnenberg näher und wies uns auf Sehenswertes bei der  Innenausstattung hin.

 

Allein schon durch den Namenszusatz Berg überrascht die Kapelle bei der Lage im eher flachen Althegnenberg. Im Zeitraum ihres 340-jähriges Bestehens hat sie vielfältige organisatorische und bauliche Änderungen erfahren.

Die Bergkapelle, die man zu Recht als Wahrzeichen von Althegnenberg bezeichnen kann, geht auf eine Stiftung im Jahre 1676 von Friedrich Peter Freiherr von und zu Hegnenberg-Dux zurück. Die Hegnenberger, ein Ministerialgeschlecht aus Schmaleneck bei Ravensburg stammend, hatten 1192 bis 1277 ihren Sitz in Hegnenberg. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichteten sie 4 km weiter westlich eine neue Burg, Neu- oder Hofhegnenberg. Der alte Stammsitz verfiel. Auf dem künstlichen Hügel, auf dem ursprünglich die alte Turmhügelburg, ein Chateau a Motte, stand, wurde die Kapelle erbaut und am 21.11.1679 geweiht. Es ist das einzige im Augsburger Umland erhaltene Beispiel einer hochmittelalterlichen Motte in Ortslage. Bis 1920 war der Hügel von einem Wassergraben umgeben, den man 1938 mit Bauschutt füllte.

Die Kapelle blieb bis zur 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts im Besitz der Familie von Hegnenberg-Dux und kam durch Heirat an die Barone von Gebsattel.

Die ursprüngliche Kapelle bestand aus einem Oktogon mit angefügtem Altarraum. Als Vorbild diente die Altöttinger Gnadenkapelle.

1762/63 wurde die Kapelle zu ihrem heutigen Ausmaß erweitert, indem man Langhaus und Turm anfügte. Eine Tafel an der Kapellentür erinnert an die Renovierung im Jahre 1845, wobei die Ausmalung der Kirche in neuromanischen Stil erfolgte.

1907 wurde die Kapelle geschlossen, da sie bautechnisch in einem schlechten Zustand war. 1910 tünchte man den Innenraum bei einer Renovierung weiß. Bei der erneuten Renovierung zwischen 1982-1985 legten sie die alte Farbgestaltung von 1845 wieder frei.

Seit 1947 wird die Bergkapelle mit Unterbrechungen für evangelische Gottesdienste genutzt. 1981 schlossen Baron von Gebsattel und das evangelisch lutherische Kirchengemeindeamt einen Pachtvertrag auf 30 Jahre.

1993 ging die Kapelle in den Besitz der Gemeinde Althegnenberg über. Es folgte eine Renovierung, und 1995 wurden die Brücke und der Burggraben zum Teil wieder hergestellt.

Von 2002 - 2008 war eine erneute Sanierung der Kapelle dringend notwendig. Die Mittel hierfür wurden durch Spenden aufgebracht. Die Dachplatten spendete der  Altbürgermeister Helmut Hilscher.

Am 7. Juni 2008 weihte die Kapelle im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes gemeinsam Pfarrer Kratzel und Diakon Maly-Motta neu ein.

 

Aus dem Heft "340 Jahre Bergkapelle Althegnenberg, 1676-2016"

Herausgeber: Evangelisch-Lutherisches Pfarramt Mering

Bilder von Martin Binswanger und Rudi Kopera